3 Monate Amerika

3 Monate Amerika

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23. November

Wenn du einen Blogeintrag schreiben willst und dann deinen kompletten Blog umänderst.. jaja. 3 Monate bin ich jetzt schon hier... Wahnsinn! Und es ist schon fast Dezember. "Wie schnell die Zeit vergeht.." - eigentlich ein Spruch, den meine Senioren hier gerne mal vor sich hin seufzen. Aber es ist eben wahr!

Nachdem es vor genau einer Woche noch 24 Grad waren (im November - hallo Klimawandel!), waren es heute stolze 3. Um den Winter kommen wir jetzt also doch nicht mehr rum... Der Herbst hier ist aber etwas ganz Besonderes. Die bunten Bäume, der blaue Himmel und die Menschen - alles strahlt irgendwie viel mehr. Zuhause in Deutschland mag ich den Herbst überhaupt nicht.. es ist nur am regnen, der Himmel grau und man will nur noch schlafen. Da find ich's hier ein bisschen schöner!

Außer meiner Begeisterung für den Herbst habe ich noch weitere neue Dinge entdeckt. Zum Beispiel Slap Cup. Das ist ein Trinkspiel bei dem man versucht einen Tischtennisball in seinen eigenen Becher zu flippen und dabei schneller als die Person vor einem zu sein. Wenn man nämlich schneller ist darf man den Becher der anderen Person "wegslappen" - und die Person muss dann trinken. Ich habe auf der Hausparty letztens nur mitgespielt, um die amerikanische Kultur etwas besser kennenzulernen. Das versteht sich ja von selbst.

Dann gab es noch ein ganz großes Ereignis: Die Chicago Cubs haben das 7. Spiel gegen die Cleveland Indians (ja, sie haben 7x gegen das gleiche Team gespielt - musste ich auch erstmal verstehen) gewonnen und sind damit die World Series Champions! Die erste Hälfte des Spiels haben wir in einer Bar geguckt, aber meine beiden Schnarch-Mitbewohnerinnen waren dann zu müde und wollten nach Hause. Haha. Also habe ich mir den historischen Moment dann vor unserem Fernseher angeschaut. Kurz nachdem der Sieger fest stand hab ich es plötzlich richtig knallen hören. Und wenn's draussen knallt heißt das in Chicago eigentlich nichts Gutes.. Die Knaller entpuppten sich aber (glücklicherweise) als riesige Feuerwerke über ganz Chicago, die ich dann von unserem Wohnzimmer aus sehen konnte. So wunderschön - ein Moment, den ich sicher nicht vergesse. Ein paar Tage nach dem Cubs Sieg gab es dann eine riesige Cubs-Parade in Downtown Chicago, bei der die Spieler gebührend gefeiert werden sollten. Schlauerweise wurde diese Parade auf einen Freitagmorgen gelegt, an dem jeder normale Mensch arbeiten muss. Da hier in Chicago aber eben niemand normal ist haben sämtliche Companies und Schulen einfach für den Tag zugemacht. Wäre ja eh keiner gekommen. Wir bei Little Brothers durften trotzdem arbeiten.. Während also gefühlt jeder Mensch dieses Planeten in blau-rot nach Downtown strömte fuhr ich also in den Norden, um meine Senioren zu besuchen. Das war am Ende aber auch ganz schön. Später habe ich dann im Radio gehört, dass mal eben 5 (!) Millionen Menschen zur Parade gekommen waren, was dieses Event zur siebtgrößten Menschenansammlung aller Zeiten macht. Crazy!

Einen richtig schönen Sonntag hatte ich letztens mit Delphine und Kalina. Deep Dish Pizza zum Lunch, strahlend blauer Himmel und ein Spaziergang am Ufer des Lake Michigan. Perfekt! Und das obwohl wir am Abend vorher feiern waren und gar nicht mal so früh ins Bett gegangen sind. Wir waren sehr stolz auf uns!

Mit meinen Senioren habe ich auch viel unternommen. Ich war mit zwei von ihnen in einem Outlet Shopping Center in einem Suburb von Chicago. Seniorin Nr. 1 ging allerdings verloren - somit haben Seniorin Nr. 2 und ich fast die Hälfte der Zeit mit der Suche nach Seniorin Nr. 1 verbracht. Die war allerdings heimlich BH's shoppen.. Mit zwei anderen Seniorinnen war ich im Kino und wir haben dort den Film "Birth of a Nation" geguckt. Der war ganz schön brutal, aber den beiden hat es gefallen. Mit anderen Elders habe ich gepuzzlet (und auch schnell wieder aufgehört, weil es uns zu schwer war), Spiele gespielt (und dabei die Regeln mal ausgelassen), zusammen gegessen, gebastelt, den Wocheneinkauf erledigt, gelacht und über Trump gelästert. Sehr schön!

Nicht ganz so schön war allerdings der Abschied von meiner spanischen Mitbewohnerin Pepa, die wahrscheinlich bald für einen Job nach New York ziehen wird. Ich habe sie in der kurzen Zeit, die ich hier bin, ganz lieb gewonnen und konnte mir Chicago ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Zu ihrer Abschiedsparty waren wir mit all ihren Freunden bowlen. Und was soll ich sagen.. die Spanier wissen wie man feiert! Nach einem Überraschungsbrunch am nächsten Morgen haben wir sie zum Flughafen gebracht und mussten uns dann leider dort verabschieden. Allerdings planen wir schon unser Wiedersehen!


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