Elf yourself - oder auch das Holiday Gift Program

Elf yourself

Das Holiday Gift Program

28. Dezember

Dieses Jahr sind Mathilde, Delphine und ich die Christmas Elves! Das heißt wir sind zuständig für das Little Brothers Holiday Gift Program (und werden hier wirklich die Elves genannt). Das Holiday Gift Program ist das größte Little-Brothers Projekt jedes Jahr. Alle unserer Elders bekommen an Weihnachten ihren persönlichen Weihnachtswunsch erfüllt. Das ist dann aber gar nicht mal so einfach wie man sich das vorstellen mag...

Es fängt bei den Vorbereitungen an. Die Program Coordinators, die jeweils um die 100 Senioren betreuen, stellen während des Jahres eine Liste mit den Weihnachtswünschen ihrer Senioren zusammen. Sie schreiben also quasi einen langen Wunschzettel. Manche Senioren wissen dabei genau was sie haben möchten und andere wissen nicht so wirklich was sie wollen - dann überlegen sich die Program Coordinators etwas Schönes was den Senioren gefallen könnte. Die Wunschzettel werden dann zu Christine, eine der Mitarbeiterinnen von Little Brothers, geschickt, die sich daraufhin auf die Suche nach Leuten begibt, die zu Weihnachten etwas Gutes tun wollen und die Geschenke für ein oder mehrere Senioren kaufen möchten. Das Ziel ist es, dass jedes Geschenk gespendet wird und Little Brothers selbst keins der Geschenke übernimmt. Die Geschenke-Spender (Donors) dieses Jahr sind ganz unterschiedlich. Es gibt Personen, die Geschenke für einen oder mehrere Senioren gekauft haben, aber es gab auch mehrere Kirchen- und Unigemeinschaften, die teilweise über 100 Geschenke gespendet haben! Da fast 1.000 Senioren ein Geschenk bekommen war es natürlich eine Menge Arbeit für jeden Weihnachtswunsch einen Donor zu finden - aber Christine hat das geschafft!

Ende November fingen wir dann an mit den Vorbereitungen für das Holiday Gift Program an. Die komplette dritte Etage im Büro wurde zur Weihnachtswerkstatt umfunktioniert. Da mussten Tische geschleppt und aufgestellt werden, es wurde dekoriert (zum Beispiel die Bilder an der Wand in Geschenkpapier eingewickelt) und Papierkram ausgedruckt. Für jeden Senioren mussten wir nämlich ein grünes Infoblatt (mit Adresse, Telefonnummer und persönlichen Infos des Senioren) sowie zwei Sticker mit dem Namen des Senioren drucken. Diese mussten wir dann in die Ordner verteilen, die wir vorher für jeden Donor angelegt hatten. Also zum Beispiel hat sich Donor XYZ bereit erklärt die Geschenke für die Senioren A, B und C zu besorgen - dann haben wir die grünen Infoblätter (Green Sheets) und die Sticker der Senioren A, B und C in den Ordner von XYZ gesteckt.

 

Offiziell fing das Holiday Gift Program erst Anfang Dezember an. Allerdings hatten wir schon im November richtig viele Geschenke zugeschickt bekommen:

Das einzige Problem: die meisten dieser Geschenke wurden über Amazon verschickt und hatten weder den Namen des Donors noch den Namen des Seniors auf dem Geschenk stehen. Die mussten wir also erstmal beiseite legen und abwarten ob wir später irgendwie herausfinden können für wen die Geschenke sind. Nach und nach kamen dann aber auch die Donors persönlich zu uns um ihre Geschenke abzugeben. Die haben wir dann erst Mal auf diese Tische gelegt:

Wenn wir alle Geschenke von einem Donor erhalten hatten, haben wir dann den Wunschzettel der dazugehörigen Senioren ausgedruckt und "überprüft" ob die Geschenke auch die richtigen waren. Meistens war dies der Fall - aber zum Teil wurden Hosen nicht in der richtigen Größe, Sweatshirts in der falschen Farbe oder Parfüms von der falschen Marke gekauft. Es wurde Geld in einen Umschlag gesteckt, anstatt das eigentliche Geschenk zu kaufen. Es wurden Visa-Gutscheine anstatt normaler Gutscheine gekauft (die wir den Senioren leider nicht rausgeben können und dann selber losgegangen sind um den Gutschein zu besorgen). Manche Geschenke waren auch zu "klein" - eine Seniorin hatte sich zum Beispiel eine schöne große Plüschdecke und eine Box voll Schokolade gewünscht. Was sie bekommen hat war eine dünne Fleecedecke und ein Schokoriegel. Das konnten wir ihr dann natürlich nicht so geben. Wenn uns ein Geschenk nicht richtig erschien, haben wir es zur Seite gelegt, um abzuwarten ob wir es vielleicht später mit einem anderen Geschenk austauschen können, einen anderen Donor fragen müssen das Geschenk zu kaufen oder selber das Geschenk besorgen müssen. Falls das Geschenk aber komplett war, haben wir den Namenssticker des Senioren draufgeklebt und das Geschenk dann auf den "To be wrapped" Tisch gelegt:

Wenn das Geschenk dann eingepackt war, kam der zweite Namenssticker des Senioren drauf und dann wurde es auf den Tisch des Program Coordinators, der den Senioren betreut, gelegt. Jeder Program Coordinator hat seine eigene "Weihnachtsabteilung". Wenn PC X also zum Beispiel den Senioren Y betreut, dann wird das Geschenk von Y in die Abteilung von X gelegt. Das bringt Ordnung in das ganz Chaos und man findet das Geschenk leichter wieder.

Beim Einpacken der Geschenke hatten wir viel Hilfe - es kamen fast täglich Freiwillige zu Little Brothers, die uns beim Einpacken unterstützt haben. Unsere Mitfreiwilligen haben auch super viel geholfen, sodass die Weihnachtsabteilungen schnell gefüllt wurden:

Wenn ein Geschenk dann von einem Freiwilligen oder Mitarbeiter abgeholt wurde, um es dem Senioren vorbeizubringen, haben wir das Geschenk dann aus der Weihnachtsabteilung rausgesucht, in eine Tüte gepackt, Schokolade, Süßigkeiten, Decken, selbstgestrickte Socken etc. dazugetan und das Green Sheet mit den Infos des Senioren mitgegeben. Der Freiwillige musste dann nur noch für die Ausgabe des Geschenks unterzeichnen und dem Senioren einen Weihnachtsbesuch abstatten! Außerdem mussten wir jeden "Zustand" des Geschenks (es ist da/es ist eingepackt und ready to go/es wurde dem Senioren gebracht) in Excel und unserer Event-Datenbank festhalten, weswegen wir auch viele Stunden vorm PC verbrachten.

 

Warum ich das Holiday Gift Program jetzt so genau erkläre? Einfach mal um zu zeigen, dass wirklich sehr viel Arbeit hinter so einem Projekt steht. Dank meines Wörter-Wirrwarrs mögt ihr euch vielleicht immer noch nicht vorstellen können was wir bei diesem Projekt eigentlich genau gemacht haben. Deswegen mal ein paar Zahlen: dieses Jahr wurden Geschenke für über 900 Senioren gespendet. Da fast jeder Senior mehr als ein Teil bekommen hat, haben wir (zu dritt) insgesamt mehr als 2.000 Geschenke "abgewickelt". Diese wurden alle eingepackt. Wir haben über 450 Gutscheine dokumentiert und Weihnachtskarten geschrieben. Unmengen an Tesafilm und Geschenkpapier verbraucht. Literweise Kaffee und kiloweise Snacks an unsere Freiwilligen rausgegeben. Wahnsinn!

 

Etwas was mich total überrascht hat: die unglaubliche Großzügigkeit der Donors. Die Geschenke waren zum allergrößten Teil sehr hochwertig und nicht aus irgendeinem Billig-Laden. Viele Donors haben sich noch extra Mühe gemacht und tolle Weihnachtskarten mit süßen Texten geschrieben, viele Extras zum Geschenk dazugekauft oder sind quer durch Chicago gefahren um einen Gutschein von einem speziellen Geschäft zu kaufen. Die Donors haben teilweise mehr als 150 Dollar für einen einzigen Senioren ausgegeben - und das mit dem Wissen, dass sie dem Senioren das Geschenk ja nichtmals persönlich überreichen werden. Was für tolle Menschen - ich war wirklich überwältigt!

 

Für mich war das Holiday Gift Program an vielen Tagen ganz schön stressig und nach Feierabend war ich manchmal einfach nur froh kein einziges Geschenk mehr sehen zu müssen. Aber es hat sich total gelohnt und ich bin stolz auf uns, dass wir das alles so toll hinbekommen haben. Es war schön so viel zu diesem tollen Projekt beizutragen zu können.


P.S.: Diese Mützen hier wurden von einer netten Dame gespendet, die ganz viele Mützen und Schals selber gemacht hat (ich glaube selbst mit 80 Jahren fänd ich die Sachen schrecklich, aber vielleicht gefällt es ja dem ein oder anderen Senior..). Total super, dass sich die Dame so viel Mühe gemacht hat um unseren Senioren eine Freude zu machen!

Modell drittes Auge und grüner Pumuckl
Modell drittes Auge und grüner Pumuckl

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Kommentare: 2
  • #1

    mahnaz (Montag, 09 Januar 2017 15:41)

    Hallo Kim!
    Super Projekt!! Ich bin hier in Montreal ein Donor für den "Annual Children Toy Drive". Eine Frau namens Carolyn organisiert Geschenke für ca. 1000 Kinder, die Weihnachten in einem Shelter verbringen. Für die Mütter werden auch Geschenke gespendet (mehrere hundert), aber als erstes geht es um die Kids. Dieses Jahr hatte ich ein 2J alten Jungen. Und ein 4J altes Mädchen. Hier ist es so, dass das Geschenk mind. 25$ kosten soll, eingepackt und etiquettiert sein muss, wenn es an einer der vielen Sammelstellen abgegeben wird. Natürlich hat Carolyn auch viele Helfer, manche, die sich um 10 oder auch 100 Geschenke kümmern. Wir haben alle am Ende eine lange E-mail von Carolyn bekommen, in der sie die Anzahl der Geschenke nennt und auch die vielen Helfer!

  • #2

    Kim (Donnerstag, 19 Januar 2017 05:22)

    Hallo Mahnaz!
    Das hört sich auch nach einem tollen Projekt an! Ich finde es so schön zu sehen wie viele Leute anderen unbekannten (!) Menschen eine Freude machen möchten. Und dann ist es toll, dass es Organisationen gibt, die zwischen diesen Leuten und den hilfsbedürftigen Menschen "vermitteln". Richtig gut :)