Happy Holiday

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03. Januar

Weihnachten war dieses Jahr anders. Aber anders schön! Nach der Weihnachtsfeier von unserer Arbeit und dem Verschicken der fast schon kitschigen Weihnachtsfotos an unsere Senioren, war es dann auch schon relativ schnell der 24. Dezember. Der 24. Dezember ist in den USA ja fast wie jeder andere Tag auch, nur dass mehr Menschen eine Weihnachtsmütze tragen. Weihnachten gefeiert wird hier dann erst am Morgen des 25. Den 24. Dezember habe ich dann auch ganz amerikanisch verbracht und war beim Footballspiel der Chicago Bears gegen die Washington Redskins im Soldier Field. Es war mega kalt - aber da mussten wir dann eben durch. Dank der Schummelkünste meines Kumpels saßen wir nach der Pause anstatt auf unseren eigentlichen Plätzen weit oben dann ganz unten in der allerersten Reihe direkt hinter der Spielerbank der Chicago Bears. Peeerfekt!

Abends haben wir dann ein großes Weihnachtsessen mit meinen Mitbewohnern und Freunden veranstaltet, für das jeder etwas gekocht hat. Es gab einen ganzen Truthahn, französischen Käse mit Baguette, Apfel-Nuss-Kuchen und vieles mehr... Superlecker! Wir hatten wirklich einen richtig schönen Abend. Man wird um Weihnachten rum nämlich doch etwas traurig, dass man nicht mit den lieben Menschen zuhause feiert und ich war froh, dass wir alle zusammen waren.

Am nächsten Tag, also dem 25., fanden dann die drei großen Little Brothers Christmas Parties für die Senioren statt. Ich wurde zur South Party eingeladen und sollte vier Seniorinnen abholen, die allerdings alle sehr weit auseinander wohnen. Deswegen musste ich auch ziemlich früh los... das war zumindest der Plan. Als ich im Auto saß sprang dieses nämlich nicht an. Ich konnte dann ein anderes Auto nehmen, in das allerdings nur 3 der 4 Seniorinnen reinpassten. Also mussten wir dann noch jemanden finden, der die eine Seniorin abholen konnte. Nach einem Hin und Her hatten wir dann aber jemanden finden können und mit dicker Verspätung ging es dann auch los. Die drei Damen, die ich abgeholt habe, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Eine sehr elegante Dame Ende 90, die trotz ihres Alters noch jeden Tag die Treppen zu ihrer Wohnung eigenständig rauf und runter läuft, und ganz viele liebe Worte parat hatte. Eine andere Dame in super buntem Outfit, die 15 Minuten hinter der verschlossenen Glastür ihres Gebäudes saß und mich und meine herumfuchtelnden Arme keines Blickes würdigte (als ich dann endlich drin war und nach ihr fragte, sagte sie dann nur dass sie doch die ganze Zeit schon da sitzen würde). Sie hat es auch geschafft sich auf der kompletten Autofahrt über meine schlechten Abholkünste auszulassen.. Weihnachten, das Fest der Liebe. Die andere Dame die ich abgeholt habe ist eine der Senioren, die ich regelmäßig besuche: Miss W. Sie ist sowieso schon der absolute Knaller ("I don't like to watch "Empire". The people in there are having way too much sex... and since I'm not getting any, why should I watch other people doing it?!"). Auf der Christmas Party angekommen haben wir uns dann einen Tisch gesucht - und ganz viel gegessen. Ich habe auch viele meiner Senioren wiedergetroffen, die ich wegen des Geschenkeprojekts schon länger nicht mehr gesehen hatte... das war richtig schön sie alle wiederzusehen! Ich habe sogar ein Weihnachtsgeschenk von meiner lieben Miss A. bekommen: eine Handcreme, die sie zur Hälfte sogar in Geschenkpapier gewickelt hatte. Als der DJ dann Partymusik aufgelegt hat (es lief wirklich gute Musik!) haben wir mit einigen Senioren getanzt. Und als ich dann wieder zum Tisch zurückkam, war der Kuchenteller auf meinem Platz weg.. dafür standen zwei leere Teller auf dem Platz von Miss W., die neben mir saß. Verdächtig.. Miss W. meinte dann, dass sie mein Stück Kuchen ja hätte essen MÜSSEN, weil ich ja schließlich nicht da gewesen wäre. Ich wurde auf der Party von mehreren Senioren (darunter natürlich auch Miss W.) angesprochen, ob wir denn Boxen dabei hätten, damit sie darin das Essen mitnehmen können. Ich habe ihnen dann erklärt, dass wir das generell nicht machen dürfen (manche vergessen ihre Box vielleicht im Kühlschrank und werden dann krank, wenn sie das Essen essen). Das war den Senioren aber relativ egal, dann mussten halt die Stoffservietten herhalten - und da wurde wirklich alles reingepackt! Man könnte meinen, dass manche Senioren hier kurz vorm Verhungern sind. Nachdem die elegante Dame an meinem Tisch zum zwanzigsten Mal mit offenem Mund und bei lauter Musik eingenickt war, war es dann auch Zeit zu gehen. Ich habe die drei Damen nach Hause gebracht, das Auto zuhause abgestellt und bin direkt weiter nach Downtown gefahren: da haben nämlich schon meine Eltern auf mich gewartet! Die beiden haben nach ihrem zweiwöchigen Floridatrip noch 5 Tage in Chicago gebucht. Juhu! Zur Feier des Tages waren wir in Michael Jordan's Steakhouse essen.. bzw. hatte nichts anderes auf, es war ja schließlich Weihnachten.

Die nächsten Tage hatte ich mir freigenommen und wir sind gaaanz viel durch Chicago gelaufen, haben Hot Dogs, Pancakes und Deep Dish Pizza gegessen, ein Bier in der Bar im Hancock Tower getrunken, sind den Navy Pier hoch und runter gegangen, haben den Blick auf Downtown vom Museum Campus genoßen... Wir haben uns auch die Zoo Lights im Lincoln Park angeguckt - dort wurden in der Weihnachtszeit ganz viele Lichterketten und bunter Weihnachts-Schnickschnack installiert. Das war so kitschig, dass es schon wieder schön war. Nach vier Tagen Sightseeing waren meine Eltern sehr begeistert von Chicago, glauben aber trotzdem dass es hier im Sommer wohl schöner ist. Da haben sie auf jeden Fall Recht! An ihrem letzten Tag in Chicago waren wir dann zusammen arbeiten und haben drei meiner Senioren ihre Weihnachtsgeschenke vorbeigebracht und zwei meiner Lieblingsomis besucht. Das war richtig schön!

Am Ende des Tages mussten meine Eltern und ich uns dann eingestehen, dass auch dieses Mal die Zeit wieder viel zu schnell rum ging - wir mussten Tschüss sagen! Und das wird leider niemals einfacher :(

Nach den Tagen mit meiner Familie war es dann auch schnell schon Silvester. Der Plan war es mit ein paar Freunden bei uns zu essen und zu trinken, dann zum Navy Pier zu fahren um dort das Feuerwerk anzuschauen und danach feiern zu gehen. Nachdem wir mit 12 Leuten Mitternacht sowieso schon fast verpasst hatten, sind wir dann einfach hier geblieben und hatten einen super Abend! Und zwei Tage und einen schlimmen Kater später, habe ich dann erst Mal so richtig realisiert wie schnell die Zeit doch umgeht. Jetzt ist der Abschied von Chicago schon dieses Jahr und nicht mehr nächstes. Ich finde das ganz schön gruselig.. Allerdings darf man da auch nicht zu viele Gedanken dran verlieren und muss das Leben hier einfach so genießen als würde man hier bleiben. Mit meinen Lieben von zuhause, günstigeren Supermärkten und deutschem Brot hätte ich damit eigentlich auch gar kein Problem..

 


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