Roadtrip #4: Colorado

Roadtrip #4: Colorado

Vor einiger Zeit meinte Pepa zu mir, dass sie unbedingt mal nach Colorado will. Nachdem ich Colorado dann bei Google eingegeben habe wusste ich.. ICH AUCH. Berge, Seen, Flüsse, Sanddünen.. wunderschön. Wir haben dann nach Flügen geschaut, richtig günstige gefunden und sind am 15.06. abends um 10 in Richtung Denver geflogen!

Wir sind nachts gelandet, haben unser Mietauto abgeholt und uns auf den Weg zu unserem Hotel gemacht. Da erwartete uns ein supergroßes, gemütliches Bett (und das sind wir von den Minibetten bei Little Brothers ja so gar nicht mehr gewohnt) - schööön! Am nächsten Morgen wollten wir den Lariat Loop einmal abfahren. Das ist eine 40km lange Rundfahrt die vorbei geht an den Städten Morrison, Golden und Evergreen und vielen schönen Aussichtspunkten. Ob wir dem Lariat Loop im Endeffekt gefolgt sind wissen wir leider nicht - aber trotz unserer Unfähigkeit haben wir sehr viel Schönes gesehen! J Wir sind den Lookout Mountain hochgefahren, haben viele Berge gesehen (mit den weißen Spitzen der Rocky Mountains im Hintergrund!), haben an einem wunderschönen Bergsee gehalten und sind durch kleine Westernstädte gefahren. Das Ende der Fahrt haben wir beim Red Rock Park geplant - ein Park der aus riesigen großen roten Felsen besteht. Dort gibt es auch ein natürliches Amphitheater, in dem sogar schon die Beatles aufgetreten sind. Sportlich wie wir sind (...), sind wir auch einmal alle Treppen hochgelaufen und von dort konnte man bis nach Denver schauen! Was einem aber doch echt zu schaffen gemacht hat war die Höhe. Wir waren 2.000 m über dem Meeresspiegel - da fühlt sich die Luft doch dünner an und alles ist anstrengender als sonst. Und dazu noch die Hitze.. hallelujah. Später sind wir nach Downtown Denver gefahren, haben dort Crepes gegessen, Margaritas getrunken und sind über die Hauptshoppingstraße zum State Capitol gelaufen. Nachdem wir uns noch das Stadtviertel LoDo und die Union Station angesehen haben, sind wir Sushi essen gegangen und wurden von einem Kangaroo bedient - der Kellner nannte sich nämlich so J

Am nächsten Tag habe ich Pepa mit einer Rafting Tour überrascht - und mich gleich mit. Bei solchen Sachen bin ich nämlich eigentlich so ein richtiger Angsthase. Erst haben wir im Boot ein bisschen das Paddeln geübt, später wurde es dann aber ernst - und es war mega cool! Wir sind über eine Stunde den Fluss entlanggeraftet und dabei nicht mal ins Wasser gefallen. Naturtalent nennt man das! Nach diesem Abenteuer haben wir Pizza in Idaho Springs gegessen und sind danach den Mount Evans hochgefahren (4.307m!). Wir haben auf der Fahrt an Bergseen, Schneefeldern und kleinen Wäldern angehalten. Sogar Biber haben wir gesehen! Ganz oben angekommen war es sehr viel kälter und windiger als noch in Idaho Springs, aber man hatte eine tolle Aussicht. Als wir irgendwann wieder unten waren haben wir uns auf den Weg nach Boulder gemacht. Dort sind wir ein bisschen durch die Innenstadt gelaufen, haben Hippies beim Tanzen zugesehen und uns später mit unserem Couchsurfing Host Philip getroffen. Der hat uns eine Bar gezeigt in der ein großer Büffelkopf an der Wand hing. Das war eigentlich erst mal gar nicht so komisch.. bis sich dann jemand auf den Barhocker stellte und den Büffel abknutschte.. hä? Philip hat uns dann erklärt dass jeder der 21 wird dem Büffel ein Küsschen geben muss. Was das bringen soll weiß keiner so genau, aber es gibt dann einen Shot aufs Haus. Natürlich mussten wir das auch ausprobieren - einen Shot umsonst gabs leider nicht, aber es war trotzdem sehr witzig J

Am nächsten Morgen ging es für Pepa und mich in den Rocky Mountain Nationalpark! Wir wollten dort einen Hike zum Emerald Lake machen. Als wir am Nationalpark ankamen konnten wir das allerdings gleich vergessen, denn es war gutes Wetter. Und ein Sonntag. Und Vatertag. Wir waren also nicht die einzigen, die die glorreiche Idee hatten in die Rocky Mountains zu fahren. Also konnten wir den Emerald Lake leider nicht sehen, aber dafür ganz viele andere tolle Dinge. Berge sind echt faszinierend wenn man da mal so drüber nachdenkt. Drei Stunden später waren wir am anderen Ende angekommen und fuhren von dort dann nach Vail. Vail ist eine kleine Stadt in den Bergen und berühmt für seine Ski-Pisten. Und als wir so durch die Stadt liefen merkte ich dass alles aussah wie in Bayern oder Österreich. Sogar die Restaurants hatten Namen wie Die Alpenrose oder Pepi's Gasthaus. Verrückt! Unser Couchsurfing Host Ben wartete auch schon auf uns und gab uns eine Tour durch Vail und West Vail. Es ist so wunderschön dort - überall schöne Häuser, kleine Flüsse und Berge um dich herum. Und Ben hatte richtig interessante Geschichten zu erzählen. Er arbeitet beim Notruf. Wenn man also 911 anruft ist er derjenige der den Hörer abnimmt. Er hat schon Leute vom Selbstmord abgehalten, hat einer jungen Frau nach Hause geholfen, die bei der Polizei anrief um Marihuana zu kaufen und hat eine Frau wiedergefunden, die ihr Tinder-Date stehen ließ und sich dann alleine betrank. Als es dunkel und wir müde wurden haben wir bei ihm zuhause zusammen gekocht, seinen selbstgemachten Wein probiert (der war sogar gar nicht mal so schlecht) und sind danach nur noch ins Bett (bzw. auf die Couch) gefallen.

Ich dachte wir müssten jeden Tag irgendwo hinwandern um etwas zu sehen - ich hatte ja keine Ahnung, dass man in Colorado wirklich fast alles mit dem Auto befahren kann J An unserem letzten Tag stand dann aber unsere erste wirkliche Wanderung an - zum Hanging Lake! Ein bisschen schwitzen muss ja doch sein. Ein bisschen viel. Es ging nämlich bei 30 Grad eine Stunde einen steilen Berg hoch. Das war ganz schön anstrengend, aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Wir konnten oben angekommen an einem kleinen türkisblauen See und Wasserfällen entspannen. Allerdings darf man dort nur gucken und nicht anfassen - es ist verboten dort das Wasser zu berühren. Das war aber gar nicht mal so einfach, weil uns SO warm war und das Wasser SO schön. Nachdem wir ein paar Mal kurz davor waren uns gegenseitig AUS VERSEHEN ins Wasser zu schubsen, haben wir uns dann entschieden den Rückweg anzutreten und nach Breckenridge zu fahren. Eine weitere kleine Stadt in den Bergen, die uns allerdings nicht ganz so begeisterte wie Vail. Während ich bei Burger und Pommes den Blick auf die Berge genoss, hing Pepa heimlich auf der Toilette über der Schüssel - vielleicht war es Ben's selbstgemachter Wein.. haha. Abends sind wir zurück nach Denver gefahren, um dort das Auto abzugeben, einzuchecken und für ein paar Stündchen am Flughafen zu schlafen bis unser Flug morgens um 6 zurück nach Chicago ging. Somit wären wir also noch rechtzeitig zur Arbeit gekommen. Aber es kommt ja eh immer alles anders als man denkt. Wir konnten erst um 4 Uhr morgens den Koffer einchecken, die Flughafensitze waren gar nicht mal so gemütlich wie in meiner Vorstellung und unser Flug hatte mehr als drei Stunden Verspätung. Wir kamen also erst zur Mittagspause bei Little Brothers in Chicago an. An dem Tag gab es allerdings ein Barbecue für alle Mitarbeiter - und was gibt es besseres als mit Essen zuhause empfangen zu werden? J

 

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