Das Zwischenseminar

Das Zwischenseminar

02. April

Alle World-Horizon Freiwilligen treffen sich zu einem 10-tägigen "Halbzeit"-Seminar. Für die Freiwilligen in den USA fand das dieses Jahr vom 24. März bis zum 2. April in Mears statt. Mears ist ein kleiner Ort in Michigan, in dem es keine Gehwege gibt, dafür aber riesige Sanddünen direkt an einem See.

Was auf dem Seminar so passiert ist? Karaoke. Ganz viel Natur. Das erste Mal Greyhound-Bus fahren. Allgemeiner Mittagsschlaf auf der Couch. Schnitzeljagd. Kaputte Hosen. Tanzende Senioren. Salsa, salsa, salsa! Lagerfeuer & Stockbrot. Highschool Musical. Sehr viele Wölfe, Übernachtungsgäste und Hexen. Oreos & Milch. Die Errichtung exklusiver Holzhütten im Wald. Wanderungen. Doppel-Schubkarre. Gutes Essen. Twerking-Unterricht von Christian. Matsche. Sanddünen, die aussehen wie in der Sahara. Sonnenuntergang am Leuchtturm. Burger & Bier... ein ganz normales Seminar also J Aber abgesehen davon haben wir natürlich auch viel über unseren Freiwilligendienst geredet. Jeder hat seinen Dienst und sein Projekt in einer Präsentation vorgestellt und es war richtig interessant zu sehen was die anderen so tagtäglich machen. Und besonders auch wie unterschiedlich die Arbeit in den verschiedenen Little Brothers Standorten ist - ich mache zum Beispiel eine ganz andere Arbeit als Imke und Jasmin bei Little Brothers in Boston. Wir haben außerdem besprochen was in den letzten Monaten Schönes passiert ist, was manchmal nicht so gut lief, was wir daran hätten ändern können und was wir in den nächsten Monaten noch alles erreichen möchten. Es war sehr hilfreich über einige Sachen zu diskutieren und andere Meinungen zu hören. Und vor allen Dingen hat es mir richtig gut getan zu hören, dass ich mit meinen Problemen gar nicht so alleine bin! Unfreundliche Senioren, die große Verwirrung unserer Funktion bei Little Brothers (dazu mehr in einem anderen Post) und die Arbeit in ständiger Begleitung vom Tod - ich bin nicht die einzige, die da manchmal dran verzweifelt.

Es war total verrückt alle nach so langer Zeit wiederzusehen. Obwohl.. so lange ist das Vorbereitungsseminar gar nicht her. In den letzten Monaten habe ich allerdings so viele neue Erfahrungen gesammelt, dass es mir vorkam als hätten wir uns alle seit Jahren nicht mehr gesehen. Wir haben uns verändert - wir sind selbstständiger, offener, "erwachsener". Aber irgendwie sind wir auch genau so wie vorher. Phillip und ich mögen Wandern immer noch genau so wenig wie letztes Jahr, über Esmeralda kann ich immer noch genau so viel lachen und einen Drang in der Natur zu übernachten und dann im strömenden Regen auf einen Berg zu wandern (Stichwort: Vorbereitungsseminar) verspüre ich auch jetzt immer noch nicht J.


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Shake your Shamrocks!

Shake your shamrocks!

23. März

Tráthnóna Maith - Guten Abend! Im März wird hier St. Patrick’s Day gefeiert – und das nicht gerade klein. Neun Tage vor dem eigentlichen Feiertag haben wir bei Little Brothers mit einem typisch-irischen Lunch (Corned Beef, Kohl, Kartoffeln, Möhren) und einer irischen Band schon mal angefangen zu zelebrieren. Ich habe eine meiner Seniorinnen dafür abgeholt und wir hatten einen sehr schönen Nachmittag… auch wenn uns beiden das Essen überhaupt nicht geschmeckt hat. Dass der arme St. Patrick aber auch nicht mit Pizza oder Pommes zelebriert wird.. apropos: Wer ist eigentlich dieser St. Patrick und was macht ihn so heilig? Das habe ich beim Lunch mal so in die Runde gefragt. Da guckten alle etwas nachdenklich den Nebenmann an und eigentlich hatte keiner eine Ahnung. Eine Seniorin sagte dann, dass er irgendwas mit Schlangen gemacht hätte und halt ein Heiliger geworden ist. Mit der Antwort gaben sich dann alle zufrieden und aßen weiter. Gibt ja schließlich wichtigere Dinge.

Sechs Tage vor dem eigentlichen Feiertag wurde dann in der kompletten Innenstadt in Chicago gefeiert. Hüte, Sonnenbrillen, Bärte – jeder trug grün! Und sogar der Fluss wurde komplett grün gefärbt! Wir haben uns morgens mit mehreren Leuten bei einem Freund getroffen – im Appartment seiner Familie im Hancock Tower! J Mit Muffins und Drinks haben wir den Blick auf den Lake Michigan genoßen bis wir dann irgendwann losgegangen sind zur Parade im Grant Park. Wir standen exakt eine Minute bei der Parade - wir haben nämlich überhaupt nichts gesehen und sind dann eben wieder zurück zum Hancock Tower gelaufen. Da haben wir dann noch ein bisschen gefeiert und sind später in eine spanische Bar gegangen. Wo auch sonst sollte man den guten St. Patrick feiern? Und ja, sogar das Bier gab es dort nur in grün! Irgendwann gegen Abend waren wir aber doch alle relativ fertig, sind nach Hause gefahren und haben den Tag mit Tiefkühlpizza und in Jogginghose ausklingen lassen.

Am eigentlichen Feiertag waren wir abends mit ein paar Leuten unterwegs. Allerdings nur so bis 2 Uhr. Da hat der Club dann auch schon zu gemacht. J

Und was sonst noch so passiert ist?

Gestern wurde ein Traum von mir wahr. Ein Autofahrer der rechts neben mir an der Ampel auf der Abbiegerspur stand und mich bei Grün dann ziemlich mies geschnitten hat wurde direkt mit Blaulicht von der Polizei verfolgt und angehalten. Herrlich! Das passiert nun sonst wirklich nie.. es fühlt sich meistens so an als könnte jeder Autofahrer tun und lassen was er will. Man muss echt aufpassen um hier nicht angefahren zu werden. In Chicago hat die Polizei auch meistens wichtigere Dinge zu tun als Autofahrer aus dem Verkehr zu ziehen.. Meine Seniorin, die mit mir im Auto saß, hat sich über diesen Vorfall allerdings genau so gefreut wie ich und wir haben dieses einmalige Ereignis dann mit einem 3$ Menü bei McDonalds gefeiert. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Außerdem haben Anna, Sara und ich einen Urlaub gebucht. Vom 7. – 17. Mai fliegen wir nach Kalifornien und machen einen Roadtrip. Meinen Geburtstag darf ich dann also in der Sonne feiern! J

Ich habe mich außerdem für ein Praktikum in einem fernen Land beworben. Auch wenn ich es nicht wahrhaben will, aber so langsam muss ich ja nun doch schauen was ich nach meinem Freiwilligenjahr machen möchte. Und ein Praktikum wäre genau das richtige um wieder etwas in den "Psychologie-Flow" zu kommen.

 

Ein weniger freudiges Ereignis: Anfang letzter Woche bekam ich die Nachricht dass eine meiner Seniorinnen verstorben ist. Ich hatte sie das letzte Mal im Krankenhaus besucht und dort sah sie sehr schlecht aus. Ich war nur ein paar Minuten bei ihr, da sie die Augen kaum aufhalten konnte und mitten im Satz eingeschlafen ist. Ein paar Tage später wollte ich sie wieder besuchen kommen, aber da wurde sie schon wieder zurück in ihr Altenheim verlegt. Dort ist sie dann am 12. März verstorben. Das kam irgendwie sehr unerwartet für mich und ich bin traurig sie nicht mehr wiederzusehen. Sie war eine sehr liebe und fröhliche Person und hat mich immer mit einem großen Lächeln empfangen. Als ich ihr mit meinen Eltern ihr Weihnachtsgeschenk vorbeibrachte, hat sie vor Freude geweint und sich tausendmal bedankt. Sei fragte mich auch jedes Mal wann ich denn endlich einen Arzt oder Anwalt kennenlernen würde und wann der schwule Typ von Little Brothers sie denn mal wieder besuchen kommen würde. Ich werde sie sehr vermissen!


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